Ausgangspunkt ist meist ein Stausee. Eine langsam fließende Strömung trägt die ungeordneten Baumstämme zu einem Schwemmkanal.
Am Ausgangspunkt sorgen Holzarbeitern, daß die Baumstämme einzeln in eine künstliche Rinne geleitet werden. Ein künstliches Gefälle sorgt für die nötige Anfangsgeschwindigkeit.
Sperrschieber an Holzlagerplätzen dienen der Regulierung der Holzmenge.
Staubecken entlang des Schwemmkanals (Trift) dienen dazu, daß unterwegs erwärmte Wasser, durch kaltes zu ersetzen. Kaltes ist tragfähiger, als warmes.
Der Kanal führt durch Tunnel, Brücken und Überführungen das Holz zum Endpunkt.
Sobald die Fließgeschwindigkeit kleiner wird, werden die Stämme gemessen.
Unterwegs können noch mehrere Stauwerke für nötige Energie sorgen.
Das Ende des Schwemmkanals ist die Sortieranlage. Dort wird das Brennholz vom Nutzholz getrennt, gemessen und nach Stärke sortiert.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts mussten die Waldglashütten wegen der Konkurrenz
der aufstrebenden Glasfabriken stillgelegt werden. Die ständig wachsende
Hauptstadt Wien mit einem enormen Brennholzbedarf bot sich als neuer Abnehmer
für das Holz aus den Wäldern um Karlstift an. Das schlecht ausgebaute
Wegenetz und die hohen Achsfrachtkosten führten zum Ausbau der Wasserwege.
Fürst Schwarzenberg erwarb das Holzschwemmprivileg auf dem Schwarzen Aistbache
(heute: Waldaist). Dieses Triftprivileg wurde später von den damaligen
Besitzern der Herrschaft Karlstift erworben. Nach Plänen und Berechnungen
des schwarzenbergischen Forstmeisters Rosenauer wurden vier Stauteiche errichtet,
um eine ausreichende Wasserversorgung zu sichern. Von den Teichen mussten Kanäle
zur Aist ausgestochen werden. Diese Schwemmkanäle waren mit Holz ausgekleidet,
um Wasser zu sparen und ein möglichst störungsfreies Holzschwemmen
zu ermöglichen. Einer dieser Schwemmteiche ist der Stierhübelteich,
der heute der Bevölkerung als Badeteich zur Verfügung steht. Im Trift-
und Holzhauermuseum kann man sich über die Trift und die Waldarbeit informieren.
Am Weg zum Aussichtsturm wurden einige Meter der historischen Triftstrecke nachgebaut.
Seit 1799 wurden alljährlich im Frühjahr, unter Ausnützung des
Schmelzwassers, große Mengen Brennholz - ausschließlich 1 Meter
( früher 80 cm ) lange Scheite - geschwemmt. Die Scheite wurden im Winter
von den Holzhauern mit Schlitten zu den Bächen gebracht. Die Triftlänge
betrug 75 km und endete in Au an der Donau. Dort wurde das Holz ausgeländet,
d. h. an einem großen Auffangrechen mit langen Schwemmhaken ans Ufer gezogen
und aufgeschlichtet. Der weitere Transport erfolgte auf Floßen donauabwärts
bis Wien. Die letzte Trift wurde 1953 durchgeführt.
Quellen: Chronik Revier Karlstift
Erzählungen von Ortsbewohnern