Die zu Karlstift gehörenden Ortschaften

Stadlberg:

Ältester Teil dieses Gebietes. Das Gasthaus "Wirt im Wald" an der alten Straße ist seit dem 15.Jhd. bekannt. Ursprünglich wurde das Gebiet von Gratzen beansprucht und es dauerte lange Zeit, bis die Grenze festlag. Im 19.Jhd. bezeugen alte Leute: "daß die Landesgrentz bei Johannesthal zum Buchers-Teich, den Buchers-Bach aufwärts zur Altschanz verlauffen, und daß dieß Gebiet schon immer zu Pertholz gehöret ..". 1799: Mit den Schwemmteichen, werden zu deren Beaufsichtigung und Schutze, die Klausen errichtet. Meist wurden sie von Holzhauerfamilien bewohnt. Bis auf die Kolmklause sind sie abgetragen.

Christinaberg:

1793 bestand dort eine Glashütte. Benannt nach Christina, geb. Gräfin Clary-Aldringen, Gemahlin des Josef Rudolf von Hackelberg. 1800 wird aus der Hütte bereits ein kleiner Meierhof. Am Schluß bestand diese Häusergruppe aus 4 Holzhauerhäusern und einem Hegerhaus. Eine Zeitlang wohnten dort auch Händler, die die Hinterglasbilder vertrieben und es zu einigem Vermögen brachten. Alle Häuser sind abgerissen. Nur einige Mauerreste erinnern an den Ort.

Hirschenstein:

1767 wird erstmals in der Matrik der Pfarre Großpertholz der Name "am Hirschenstein" gebraucht. Lange Zeit war dort das Zentrum der Schindelerzeugung. Ein Haus führte den Namen "Schindelmaschin". 1869 umfaßt die Siedlung 10 Häuser. In Joachimsthal, jenseits der Lainsitz befand sich sogar eine Schule für die beiden Ortschaften. Eine Straße führte nach Silberberg in die CSSR. Der Meierhof führte nach Josef v. Hackelberg den Namen "Josefshof". Bis auf dieses Haus sind alle abgerissen.

Gugu

Der Name und sein Ursprung sind nicht eruierbar. Vielleicht aus dem mundartlichen GUGU für den Kuckuck. Das aber ist Vermutung. Der Ort ist eine Streusiedlung, wie die meisten in unserer Gegend. Zu Karlstift gehören nur 4 Häuser, die anderen liegen bereits auf oberösterreichischem Gebiet.

Ehrenreichsthal

am Weg von Stadlberg nach Christinaberg gelegen, vormals Glashütte, nach deren Auflassung als Holzhackerhaus in Verwendung. Heute total verfallen.

Höllauklause, Kolmklause, Muckenklause

Holzhauerhäuser am Höllau-, Kolm und Muckenteich, vorwiegend für die Holztrift. Höllau- und Muckenklause existieren nicht mehr.

Käferschlag

Auch hier bestand im Wald, nahe dem Rotbach, ein Holzhackerhaus (vormal Glashütte).



Die Hochmoore

Hochmoor Die in großer Zahl in unserem Gebiet vorkommenden Moore gehören zu den "Hochmooren" Ihre Oberfläche befindet sich über dem Wasserspiegel. Das Alter der Moore beträgt ca 10000 Jahre,also nicht besonders alt. Für den Wissenschaftler bergen sie einige Raritäten aus der Glazialzeit in Fauna und Flora. Der Versuch in Notzeiten den Torf für Brennzwecke zu verwenden schlug fehl, da der Brennwert zu gering war. Zu den größten Mooren gehören die "Große Haide" mit dem Aussicht-Turm am Rand und die daneben liegende "Durchschnitts-Au."

Die Köhlerei

Im Gefolge der Glashütten war auch die Köhlerei immer vorhanden und hat sich in den Riednamen: Kohlstadl, Kohlstatt erhalten. Desgleichen war die Gewinnung von Soda aus Pflanzenasche gebräuchlich, wie der Hausname "Flußsieder" zeigt. Auf die Gewinnung von grobem Terpentin wieder weist der noch heute bestehende Name "Firneiskuchl" hin. Er konnte aber nicht mit dem französischen und Neustädter mithalten. Diente wahrscheinlich nur zur Erzeugung grober Anstriche. Nähere Angaben fehlen in den Chroniken.

Bis nach dem 2. Weltkrieg bestand eine Seilbahnverbindung zwischen Gugu und Brennerhof über Karlstift. Diese diente dem Transport des Holzes zum Sägewerk Brennerhof.